Projekte
Neben dem regulären Angebot arbeitet der Evangelische Erziehungsverband an verschiedenen Projekten:
- Abbrüche in den stationären Erziehungshilfen (ABIE)
- Zukunft Personalentwicklung (ZuPe)
- EREV-Toolbox (siehe unten)
- diebeteiligung.de (siehe unten)
- Forschungsprojekt: Entstehungszusammenhänge von Abbrüchen in den stationären Erziehungshilfen (ABIE)


Ausgangssituation: Fast jede dritte stationäre Hilfe zur Erziehung wird vorzeitig abgebrochen. Während von Fachleuten der Abbruch meistens als Scheitern bewertet wird, ist wenig bekannt, wie Nutzer der Hilfen diese Abbrüche bewerten. Bekannt ist allerdings, dass die Erfolgswahrscheinlichkeit von Folgemaßnahmen durch Abbrüche sinkt. Die Senkung der Abbruchrate scheint deswegen ein wirkungsvoller Ansatz zur Qualitätsentwicklung zu sein, durch den die Effektivität und die Effizienz von Hilfen deutlich gesteigert werden können.
Projektziele: Angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Diskussion um die Sicherung des Kindeswohls und der Gewährleistung eines gelingenden Aufwachsen muss im Bereich stationärer Maßnahmen dafür Sorge getragen werden, dass unerwünschte Abbrüche vermieden werden, um damit die Wirksamkeit der stationären Erziehungshilfen zu verbessern. Durch eine quantitative und qualitative Analyse soll erforscht werden, wie Abbrüche entstehen. Analysiert wird hierzu der gesamte Hilfeprozess von der Bedarfsfeststellung über Diagnostik, Hilfeplanung und -steuerung, mögliche Kriseninterventionen bis seiner Beendigung. Dabei gilt es, Eingangsqualität, Prozessqualität oder die organisationalen und personalen Kontexte differenziert zu erfassen. Aufbauend auf diese Erkenntnisse werden fachliche und organisatorische Empfehlungen zur Reduzierung der Abbruchrisiken erarbeitet. In die Hypothesenbildung fließen Studien zu Wirkfaktoren erzieherischer Hilfen ein.
Projektdurchführung: Untersucht werden 200 stationäre Fälle im Alter von acht bis 18 Jahren. Für diese werden Sozialdaten, der Hilfebedarf und die Zielsetzung aller Akteure zu Beginn der Hilfe erfasst. Mittels einer Fragebogenerhebung werden bei den jungen Menschen, ihren Familien, bei den Leistungserbringern sowie dem Jugendamt Informationen zum Hilfeprozess eingeholt. Über ein Jahr lang wird geprüft, welche Hilfen vorzeitig beendet werden und welche mit Erfolg ihren Abschluss fanden oder unter positiven Vorzeichen weiter durchgeführt werden.
Das Projekt wird von dem e/l/s-Institut zur Qualitätsentwicklung sozialer Dienstleistungen durchgeführt. Die wissenschaftliche Begleitung liegt bei der Universität Bielefeld. Die Projektkoordination nimmt der Evangelische Erziehungsverband e.V. (EREV) wahr. Ansprechpartner in der Geschäftsstelle sind Dr. Björn Hagen und Carola Schaper.
Den ABIE-Newsletter finden Sie hier:
- Forschungsprojekt: Zukunft Personalentwicklung (ZuPe) – Strategische Personalentwicklung in der Kinder- und Jugendhilfe

Ausgangssituation: Die Problemlagen der Familien, die die Zielgruppe von Maßnahmen der Jugendhilfe bilden, haben sich in den vergangenen Jahren dramatisch verschärft, und die Anforderungen an die Mitarbeitenden im Arbeitsfeld Kinder- und Jugendhilfe sind deutlich komplexer geworden. Zum Einen werden die Grenzen der einzelnen Arbeitsfelder durchlässiger; das Arbeiten und Erarbeiten von und in komplexen Netzwerken ist gefragt. Zum Anderen müssen sich die Mitarbeitenden mit Begriffen wie Wirkungsorientierung und selbstbewussteren »Kunden« auseinandersetzen.
Hinzu kommt, dass in den kommenden Jahren in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe mit einem Fachkräftemangel zu rechnen ist. So gehörten die Sozialberufe wie Pädagogen, Erzieher und Pfleger 2008 erstmals zu den Top-Fünf der nachgefragtesten Arbeitskräfte. Sofort wären bundesweit 57.000 Stellen zu besetzen, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ermittelt hat. Umgerechnet auf alle Arbeitsbereiche geht eine McKinsey-Studie im Jahr 2020 von rund zwei Millionen fehlender Arbeitskräfte in Deutschland aus (vgl. Sozialwirtschaft 6/2010). Diese Zahlen zeigen die Notwendigkeit, die Personalarbeit in Einrichtungen der Jugendhilfe zukünftig strategischer auszurichten im Sinne eines proaktiven Vorgehens im Rahmen einer strategischen Personalentwicklung.
Projektbeschreibung/Projektziele: Das wissenschaftlich begleitete und vom Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderte Weiterbildungsprojekt »Zukunft Personalentwicklung« richtet sich an Führungskräfte in der Kinder- und Jugendhilfe, die aus gemeinnützigen Trägern der Sozialwirtschaft kommen. Ziel ist es, Führungskräfte von Jugendhilfeeinrichtungen mit modernen Methoden der strategischen Personalentwicklung vertraut zu machen. Insbesondere werden sich in der modular gegliederten Fortbildungsreihe die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Themen wie »Management in einer lernenden Organisation«, »Kompetenzdiagnostik und -entwicklung«, »Gewinnung und Bindung von Fachkräften« auseinandersetzen, um nur einige Aspekte zu nennen.Projektdurchführung/Projektinhalte: Das Weiterbildungsprojekt bietet vier Module á vier Seminartage auf, in denen die Grundlagen strategischer Personalentwicklung im Arbeitsfeld Jugendhilfe erarbeitet werden. Es richtet sich an Führungskräfte in der Kinder- und Jugendhilfe. Die wissenschaftliche Begleitung findet durch die Universität Bielefeld, Herrn Prof. Dr. Holger Ziegler, statt. Jeweils einen Monat vor Beginn und jeweils einen Monat nach der Qualifizierungsmaßnahme werden Befragungen der teilnehmenden Führungskräfte und deren Mitarbeiter durchgeführt. Insgesamt werden die Fortbildungsmodule in drei Durchgängen á 20 Teilnehmende angeboten. Nach jedem Durchlauf der Module werden die neuen aus der Begleitforschung gewonnenen Erkenntnisse in die Neukonzeptionierung der Module fließen.
Die Projektbeschreibung mit den Modulen, Seminarzeiten und Kosten finden Sie hier.
Den Programmfalter für die Module Februar 2012 bis Dezember 2012 mit Anmeldekarte finden Sie hier.
Den Programmfalter für die Module August 2012 bis September 2013 mit Anmeldekarte finden Sie hier.
Die Beschreibung der Referentinnen und Referenten finden Sie hier.
Impulsworkshop: Die Präsentation der Begleitforschung I
Impulsworkshop: Die Präsentation der Begleitforschung II
Informationen zur Befragung der Fachkräfte 24 03 2011
Den ZuPe-Newsletter finden Sie hier:
Projektförderung: Das Projekt »Zukunft Personalentwicklung« wird im Rahmen des Programms »rückenwind – Für die Beschäftigten in der Sozialwirtschaft« vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert.
Ansprechpartner für dieses Projekt ist Marco Schewe
St. Elisabethverein Marburg
Hermann-Jacobsohn-Weg 2
35039 Marburg
Fon: 06421 / 18 08 67
Fax: 06421 / 18 08 40
E-Mail: m.schewe@elisabeth-verein.de
- EREV-Toolbox
Die EREV - Toolbox ist eine religionspädagogische Handreichung für die Praxis, es gibt nur noch weinige Exemplare zu bestellen.
Einzeln erhältlich sind zu je 2,50 € das Textheft, das Puzzle sowie das Quartett.
Ansprechpartnerin für dieses Projekt ist Annette Bremeyer.
- Internetplattform „Die Beteiligung” in Kooperation mit den Erziehungshilfefachverbänden: www.diebeteiligung.de
Der Ausbau der Internetplattform beinhaltet die Ausweitung von spezifischen Informationen und Servicemöglichkeiten für Jugendliche in Heimen und Jugendwohngruppen. Die Ausgestaltung des Servicebereichs soll mit Ideen und Inhalten der Jugendlichen selbst geleistet werden. Neu ist die Zusammenführung von Erziehungshilfefachverbänden. Der Projektzeitraum umfasst den 01.10.2008 bis 30.10.2009. Das Projekt wird von der »Aktion Mensch« gefördert. Ansprechpartner ist Dr. Björn Hagen.


