Theorie und Praxis der Jugendhilfe - 2018

Heft 22, Jahrgang 2018 Basiswissen Dartenschutz: Vertrauen und Schweigepflicht in der Kinder- und Jugendhilfe – mit DSGVO –

(Diese Ausgabe erscheint im November 2018)

Die Unsicherheit über die Neuregelungen zum Datenschutz ist aktuell groß. Tatsächlich sind jedoch viele Vorgaben zumindest in Deutschland nicht neu, sondern waren schon im Bundesdatenschutzgesetz festgeschrieben. Es geht im Kern um die Frage des reflektierten Umgangs mit den Daten. Dieses reicht jedoch heute nicht mehr aus. Es wird ein Verstehen benötigt; ein Verstehen dahingehend, dass die Daten wesentliche politische und soziale Einflussfaktoren darstellen und wirtschaftlich ein erhebliches Machtinstrument. Unterstützt wird dieses durch die Verknüpfung der Daten. Welche Orte besuche ich im Internet besonders häufig auf, wie sieht mein Nutzerverhalten bei der Routenplanung aus und wie lange verweile ich auf einzelne Internetseiten? Dabei wird es immer schwieriger, sich vor dem Missbrauch von Daten zu schützen. Selbst wenn auf dem Computer nicht Google verwendet wird, aber diese dennoch als Software vorhanden ist, werden die Nutzungsdaten hier – auch wenn ich eine andere Suchmaschine benutze – gespeichert. Ein Weg sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und dazu beizutragen, dass einem Missbrauch der Digitalisierung die Tür weiter geöffnet wird, ist die Auseinandersetzung mit dem Thema. Dieses gilt gerade auch für die Kinder- und Jugendhilfe.
Mit M. Karl-Heinz Lehmann, Christof Radewagen und Ulrike Stücker legen wir nun die komplett neu überarbeitete Theorie und Praxis der Jugendhilfe zum Thema Basiswissen Datenschutz vor. Neben den inhaltlichen Schwerpunkten gilt es eben auch, sich mit den ethischen, moralischen und technischen Fragen auseinanderzusetzen, die der Nutzung im Kontext der Digitalisierung zugrunde liegt. Ein Schwerpunkt ist hierbei das Grundrecht der informationellen Selbstbestimmung. Grundsätzlich verfügen die jungen Menschen selbst über die Daten. Dieses hebt die Bedeutung der Einwilligung der Beteiligten hervor.

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Heft 21, Jahrgang 2018 Familien stärken, dissoziales Verhalten abbauen: Die Multisystemische Therapie (MST) in der Praxis des Heilpädagogiums Schillerhain

Die Multisystemische Therapie (MST) hat ihre Wurzeln im sozialökologischen Kontext. In diesem Zusammenhang kann zwischen unterschiedlichen Einflussebenen wie zum Beispiel des persönlichen Nahraums, der Nachbarschaft und gesellschaftlichen Strukturen unterschieden werden.
Die MST setzt hier an, weil wir von der Grundannahme ausgehen,
dass die Kinder- und Jugendhilfe ihre Zuständigkeit nicht bei Gewalttätigkeiten und des sozialen Verhalten abgibt, sondern immer wieder pädagogische Konzeptionen weiterentwickelt und entsprechende Instrumentarien entwickelt. Hierbei birgt ein schwaches Helfersystem die Gefahr, dass auf herausforderndes Verhalten entsprechend mit Sanktionen reagiert wird.
Die Multisystemische Therapie arbeitet mit den jungen Menschen
in ihrem bisherigen Umfeld. Unter dessen Einbezug wird zum Bespiel die Familie darin bestärkt, gemeinsam mit den jungen Menschen an Lösungen zu arbeiten. Das lizensierte Verfahren ist ein Therapiekonzept aus den USA und findet seit den 1990er Jahren eine wachsende Verbreitung. Es zählt in den USA zu den »Blueprints for Violence Prevention« und ist daher wissenschaftlich untersucht und als Verfahren beschrieben zur Reduktion von Drogenmissbrauch, Kriminalität und Gewalttätigkeit. Verbunden werden in dem Therapiekonzept verhaltenstherapeutische und systemische Ansätze.

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